Für Millionen von Niedersachsen ist der Flughafen in Langenhagen das Tor zur Welt - gleichzeitig ist er einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region Hannover. Grund genug, ihn als Station für die diesjährige Sommertour der SPD-Landtagsabgeordneten aus der Region Hannover auszuwählen. Und so besuchten ihn fünf Parlamentarier begleitet vom örtlichen Abgeordneten Marco Brunotte.

Begrüßt wurden die Gäste von Dr. Raoul Hille, dem Geschäftsführer des Flughafens, der ihnen die Kennzahlen des wichtigsten internationalen Drehkreuzes des Landes Niedersachsen erklärte. Der "Hannover Airport" sei mit rund 8.800 Beschäftigten am Standort einer der drei größten Arbeitgeber in Niedersachsen, ein bedeutender Wirtschaftsfaktor und Impulsgeber. Derzeit seien rund 150 Betriebe an dem Flughafen angesiedelt - Tendenz steigend.

Der Flughafen, an dem das Land einen 35-prozentigen Anteil hält, befinde sich in einem internationalen Wettbewerb. Auch unter den Fluggesellschaften herrsche ein knallharter Wettbewerb, was zu Kosteneinsparungen führe. So bedauerte Hille den Entschluss von Tuifly, Teile der Wartung ins Ausland zu verlagern. Allerdings habe man bereits einen Nachnutzer für die frei gewordene Halle in Aussicht. Stolz sei man auf die weiteren Investitionen der Logistikkonzerne Schenker und DHL. Letzterer investiert mehr als 33 Millionen Euro in den Standort.

Und der Geschäftsführer konnte sich auch über gute Zahlen im ersten Halbjahr freuen: Die Anzahl der Passagiere sei im Vergleich zum Vorjahr um 5,3 Prozent gestiegen. Im vergangenen Jahr lag die Zahl bei insgesamt rund 5,3 Millionen. "Hannover ist ein Flughafen mit schwarzen Zahlen. Wir bekommen keine jährlichen Zuschüsse von unseren Anteilseignern, sondern führen Investitionen eigenständig durch", sagte Hille. Allerdings habe man in den vergangenen Jahren viel Geld in Modernisierungen wie Parkhäuser oder Umstellung auf neue LED-Beleuchtung gesteckt - notwendige Investitionen, die nicht automatisch höhere Umsatzzahlen brächten. "Deshalb ist Wachstum sehr wichtig - wir müssen weiter wachsen", betonte Hille und formulierte eine Bitte an die Politik: Sie müsse mehr Fläche zur Bebauung freigeben, damit weitere Unternehmen angesiedelt werden könnten. "Das Interesse ist vorhanden - nicht nur bei Logistikkonzernen", so Hille. Der Geschäftsführer sprach sich für eine Bebauung im Westen des Airports aus, zwischen den beiden Start- und Landesbahnen.

"Wir wollen eine Entwicklung, die nicht nur auf Logistik setzt, sondern eine guten Branchenmix garantiert", sagte Marco Brunotte. Dafür habe der Rat der Stadt Langenhagen ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept verabschiedet. So können Orientierung für Investoren bei gleichzeitiger Transparenz der Stadtentwicklungsziele gegeben werden. Gleichzeitig wies er auf den notwendigen Ausgleich von Interessen des Flughafens und der Langenhagener Bevölkerung beim Thema Lärmschutz hin. Die Verkehrsträger Auto, Bahn und Flugzeug würden zu einer deutlichen Verlärmung Langenhagens führen.

"Das Gesicht unseres Flughafens verändert sich ständig", betonte Marco Brunotte, der die Entwicklung des Flughafens auch als Ratsmitglied seit mittlerweile 18 Jahren begleitet. Sorgen mache er sich derzeit über die Überlegungen von Tuifly, weitere Teile der Standorts Langenhagen ins Ausland zu verlegen. Tuifly ist eine der drei größten Nutzer des Flughafens und ein wichtiger Arbeitgeber. "Wir kämpfen um die Arbeitsplätze", sagte Brunotte.

Bei einer Fahrt über das Vorfeld konnten sich die Landtagsabgeordneten im Anschluss an das Gespräch die Entwicklungen direkt vor Ort ansehen. Mit Blick auf die neue Vorfeldkontrolle, den Bereich Cargo-West, die sanierten Fluggastterminals und die Hangars von Tuifly wurden die Veränderungen deutlich. Auch die Start- und Landebahnen wurden saniert. Zu Beginn der Sommerferien kam bei den Besuchern so schnell Fernweh auf. Und so war der Besuchspunkt der Landtagsabgeordneten am Flughafen in Langenhagen schon fast die Illusion von den Start in den Urlaub. Auf alle Fälle war sie ein Einblick in das Tor Niedersachsens zur Welt.